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Die politische Kultur in Merkels Land

10. Juni 2017
15:00bis18:00

Von Regierungsseite wird mitgeteilt: Deutschland ist das mächtigste Land der EU, die Nation ist stärker aus der Krise heraus gekommen als sie hinein gegangen ist; ihr Außenhandel ist weltmeisterlich, die Arbeitslosigkeit kein Problem, also auch das Soziale aufs Beste geregelt; Volk und Führung können auf hohem Niveau mit sich zufrieden sein. Dann lässt im Sommer 2015 Kanzlerin Merkel ungefähr eine Million Flüchtlinge ins Land und teilt ihrem Volk mit: Wir schaffen das! Und da passierte etwas Sensationelles: Eine Hälfte des Volkes kündigt der langjährigen Chefin die volle Zustimmung. Die Nation spaltet sich. Merkels Kritiker sehen Rechtsbruch bis Volksverrat am Werk und auf Demos werden Galgen für sie und ihren Vizekanzler herumgetragen und das eine oder andere Asylantenheim angezündet. Die andere Hälfte der Nation praktiziert derweil die offizielle Neudefinition des deutschen Nationalismus, zeigt den Migranten ein freundliches Gesicht und praktiziert die angesagte Willkommenskultur, indem sie Kindern der Asylanten Kuscheltiere am Bahnhof schenkt.

Die Regierung nimmt den Aufruhr der unzufriedenen rechten Patrioten ernst, nicht zuletzt deshalb, weil deren Unzufriedenheit in der AFD eine Partei hat, die es mit ihren Standpunkten mittlerweile schon ziemlich erfolgreich in 13 Landesparlamente geschafft hat und die gewohnten parlamentarischen Kräfteverhältnisse zu verschieben droht. Weil die Regierung dagegen auf die gewohnte Fügsamkeit des Volkes besteht, damit der Laden weiterhin demokratisch funktionieren kann, kritisiert sie im Verein mit der demokratischen Öffentlichkeit die rechten Patrioten.

Was in die gefahren ist, dass sie sich von ihrer Führung so massenhaft verraten fühlen, weil die aus ihrer Sicht die Interessen der Migranten betreibt und nicht ausschließlich die ihren, soll in der Diskussion genauso geklärt werden wie die anti-rechte Generallinie des Umgangs mit den Rechten von Seiten der Regierung und der demokratischen medialen Öffentlichkeit.

Grundlage der Diskussion ist der einschlägige Artikel über „Die politische Kultur“ in Merkels Land im GS 1/17.

Posted in Termine im V6.


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